28.10.2026

Sekki macht Halt in der Hausbar

Lucas Shong und Jake Bergholtz mischen bis Silvester die Wiener Hausbar auf – und feiern damit vielleicht ihr letztes Pop-Up?

Das Sekki- und Hausbar-Team
Das Sekki- und Hausbar-Team © Hannah Shong

Wenn es auch nicht alle von Anfang an verstanden haben, haben sie Wiens Gastro-Szene fraglos aufgemischt. Die Rede ist von Lucas „Lucky“ Shong und Jakob „Jake“ Bergholtz, die über die Sommermonate das Restaurant im Hotel Leo Grand ins „Sekki“ verwandelten (Gault&Millau hat berichtet). Die erfahrenen Gastronomen und Freunde packten dabei all das, was sie über die Jahre kulinarisch geprägt hat, in wechselnde Menüs, die sie selbst präzise als „Stoner Food für Erwachsene“ beschrieben.

Korean Fried Chicken, Marillenknödel nach Oma Mimis Rezept und Hühnerleber-Crème-brûlée mögen auch auf den zweiten Blick wenig miteinander zu tun haben, doch genau das macht das Duo aus. Wer während des temporären Projekts zum Essen vorbeikam, stellte nämlich rasch fest, dass im prunkvollen Patio auf aufregende Art und Weise Kontraste regierten. Und dass das auch ganz schön harmonieren kann. Hiesige Kulinarik-Interessierte waren jedenfalls mehr als empfänglich; so sehr, dass sich noch während des laufenden Pop-ups nach Folgeprojekten erkundigt wurde.

„Wir hatten zum Glück einige Anfragen und wollten auch nicht allzu lange stillhalten“, sagt Bergholtz im Gespräch mit Gault&Millau. Nach einigen kleineren Projekten haben sich die beiden schließlich mit der Wiener Hausbar (3 Hauben) zusammengetan und rasch einen gemeinsamen Nenner gefunden. „Es ist alles ein bisschen anders, kleiner, aber auch wieder der richtige Ort zur richtigen Zeit.“ Seit dem 22. Oktober und noch bis Silvester gibt es dort das „Sekki 2.0“: ein gemeinsames Pop-Up, das den beiden die Möglichkeit gibt, ihre Handschrift in einem neuen Umfeld weiterzuentwickeln.

Frech und lustig, aber bekömmlich

Im Souterrain-Restaurant, wo normalerweise mehrgängige Menüs serviert werden, stehen nun À-la-carte-Gerichte auf dem Programm. Die Karte stammt von Bergholtz und Hausbar-Küchenchef Lukas Cumpelik. „Im Sommer waren wir frech, lustig und deftig. Jetzt kochen wir ein bisschen bekömmlicher“, sagt der Sekki-Koch. Das liege auch am Einfluss von Cumpelik, dessen Küche stärker auf Gemüse ausgerichtet ist.

Ein Blick auf die Karte zeigt Bergholtz’ gewohnt koreanische Einflüsse, unter anderem beim Rice Cake mit Schwarzwurzel (18 Euro) oder dem bereits viel geschätzten Korean Fried Chicken (20 Euro). Daneben stehen Eigenkreationen wie „Muschel’n’Duja“ (25 Euro) oder etwas Süßes: Dattel mit Gochujang-Karamell und Tonkaeis (10 Euro). Die Küche ist somit durchaus wieder experimentierfreudig, bietet aber auch für weniger abenteuerlustige Gäste etwas. Wie Jakob Bergholtz es beschreibt: „Eine Karte, mit der man eine Oma abholen kann, aber auch einen Bobo aus dem Siebten.“

Galerie

Jakob Bergholtz und Lukas Cumpelik
Jakob Bergholtz und Lukas Cumpelik © Hannah Shong
Das Sekki-Duo und Hausbar-Team
Das Sekki-Duo und Hausbar-Team © Hannah Shong
© Hannah Shong
Katharina Preisinger und Lucas Shong
Katharina Preisinger und Lucas Shong © Hannah Shong

Cola Rot und Eis-Pingu

Auch bei den Getränken wurde sich etwas Eigenes überlegt, schließlich gehört eine ausgeklügelte Cocktailkarte zum Selbstverständnis der Hausbar. Katharina Preisinger hat eigens für das Pop-Up neue Drinks gezaubert. Dazu zählt „Cola Rot, aber anders“ (13,50 Euro), bei dem eine selbstgemachte Cola zum Einsatz kommt. Beim „Lemon Sour Pingu“ (13,50 Euro) wird das Eis mithilfe einer Maschine in Pinguinform vor den Gästen fein geshaved. Der „Hubba Fig Bubba Mule“ (13,50 Euro) wiederum spielt mit nostalgischen Kaugummierinnerungen. Während Preisinger für die Cocktails verantwortlich ist, kümmert sich Lucas Shong um Wein und Service. Die Weinkarte fällt dabei zwar etwas kleiner, dafür aber umso selektierter aus als im Leo Grand.

Ein letzter Schulausflug?

Der Wechsel vom barocken Hotelrestaurant in die größenmäßig überschaubare, von Kunst geprägte Hausbar ist für Shong und Bergholtz auch ein willkommenes Kontrastprogramm. Im Leo Grand sei vieles gleichzeitig passiert, die Dimensionen seien entsprechend groß gewesen. Jetzt gehe es etwas entspannter zu, mit einer anderen Dynamik und einer Routine, die sie durchaus schätzen. „Diese Projekte machen viel Spaß und sind immer auch ein bisschen wie ein Schulausflug, aber sich zu setteln ist langfristig der Plan“, sagen sie. Ein eigenes Lokal bleibt also das Ziel.

Sekki in der Hausbar

Donnerstag bis Sonntag, 18 bis 23 Uhr
Reservierungen unter: bookings.zenchef.com
instagram.com/sekkivienna

von Derya Metzler

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