25.03.2026
Der 7. Bezirk darf sich über ein neues Lokal freuen. Im „Kaffätscherl" wird Specialty Coffee, eisgekühlter Kakao und eine gute Portion Wiener Charme geboten.

Dass ausgerechnet ein Tiroler wieder mehr Wienerisch in die lokale Kaffeeszene bringen will, ist ein ungewöhnliches Konzept. Dass das aber durchaus gut funktioniert, beweist Valentin Peintner nun mit seinem Kaffätscherl in der Siebensterngasse im 7. Bezirk. Seit der offiziellen Eröffnung Anfang März steht der Wahlwiener sechs Tage die Woche hinter seiner selbstgezimmerten Theke und startet einen charmanten Versuch: „Ich möchte das Wienerische einfach hochleben lassen und wieder mehr nach außen tragen", sagt Peintner im Gespräch mit Gault&Millau. Die Namenswahl des Lokals sei hierbei kein Zufall gewesen.
Die Leidenschaft zum Gastgebersein kommt nicht von ungefähr: Peintner ist in der Gastronomie groß geworden und hat Stationen in der Hotellerie sowie bei Szenegrößen wie dem Café Balthasar oder Jonas Reindl absolviert. „Dort habe ich alles gelernt und nun setze ich das Beste daraus halt in meinem eigenen Lokal um", schmunzelt er im Gespräch. Der gebürtige Tiroler hat Wien vor etwa 13 Jahren zu seiner Wahlheimat auserkoren – den Traum vom eigenen Café habe er seither immer gehegt. Durch Zufall ergab sich im vergangenen Jahr die Chance und Peintner hat just zugeschlagen.
Sein Plan, den Wiener Charme in Neubau aufleben zu lassen, reicht weit über den Lokalnamen hinaus. Auf dem La Marzocco Siebträger stapeln sich verschiedenste Größen von To-Go-Bechern mit den Ansagen „oida", „leiwand" oder „gschmackig". Hinten, an der Rückwand des Lokals, steht seine eigene Bohnenmischung, die er unter dem Namen „A ur leiwande Mischung" vertreibt.
Das Café selbst ist mit aktuell vier Sitzplätzen noch sehr intim, doch die Erweiterung nach draußen ist fix: Ein Schanigarten mit acht weiteren Plätzen ist bereits in Planung. Bis die Sonne verlässlich rauskommt, schnappt man sich seinen Kaffee eben im „leiwanden“ Becher.
Trotz der überschaubaren Größe ist die Auswahl im Kaffätscherl vielseitig: Neben klassischen Kaffeespezialitäten findet man auf der Karte auch Prana Chai oder „Schoki" (Kakao), die allesamt wahlweise heiß oder kalt bestellt werden können. Die vier zusätzlichen Teesorten bezieht Peintner aus einem Berliner Teehaus – die Kaffeebohnen von Röstereien aus Gänserndorf und Bayern.

© Kaffätscherl

© Kaffätscherl

© Kaffätscherl
Wichtig ist Peintner eine faire Preisgestaltung: „Ich möchte einfach, dass jede:r gleich viel für einen Kaffee bezahlt." So kann man sein Getränk etwa mit laktosefreier, Hafer-, Soja- oder Vollmilch bestellen – alles ohne Aufpreis. Einen Verlängerten bekommt man bereits für 3,20 Euro, einen Café Latte für 4,60 Euro oder eine „Schoki" für 4,80 Euro. Wer seinen Kaffee gerne iced trinkt, kann dies laut Geheimtipp des Inhabers nicht nur das ganze Jahr über tun, sondern auch den beliebten Cold-Foam – damit ist kalter Milchschaum gemeint – ausprobieren.
Die kleine Gebäckauswahl an der Theke kommt von der Bäckerei Felzl – derzeit sind es (Mandel-)Croissants, veganer Karottenkuchen und schwedische Zimtknöpfchen. Künftig sollen sich italienisches Mandelgebäck und Arancini dazugesellen. Das kulinarische Angebot ist auch nicht das Einzige, was sich im Lokal noch weiterentwickeln wird. Derzeit wirkt das Innenleben noch etwas puristisch und zurückhaltend, doch Peintner hat bereits konkrete Pläne für die weißen Wände. In Form einer wechselnden Ausstellungsfläche soll das Café der lokalen Künstler:innen-Szene eine Bühne bieten – und Gästen die Möglichkeit geben, die Kunstwerke bei Gefallen auch direkt erwerben zu können.
von Angelina Rebel












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