02.03.2026
Die Alice-Betreiber:innen eröffnen eine neue Bar mit Bier-Fokus und wechselnden Gastköch:innen.

Unverhofft kommt oft, so auch bei Manuel Bartolacci und Britt Kamper. Das Paar war zwei Jahre lang auf der Suche nach einem Lokal, das es schließlich im einstigen Milchgeschäft in der Krieglergasse fand. Zu einem Zeitpunkt, der für sie kaum herausfordernder hätte sein können: „Da war unser zweites Kind erst zehn Tage alt“, erzählt die Gastronomin im Gespräch mit Gault&Millau. Anfang 2025 wurde daraus das „Alice“, benannt nach Kampers dänischer Großmutter, einer leidenschaftlichen Wirtin. Seither hat sich das italienisch-skandinavische Bistro mit seiner Focaccia, seinen Smørrebrød, Maritozzi und Kanelbullar als beliebtes Nachbarschafts-Beisl etabliert und weit über das Weißgerberviertel hinaus Bekanntheit erlangt.
Der Immo-Suchagent blieb weiterhin aktiviert, „weil sich Manuel immer ein Lokal mit richtiger Küche gewünscht hat“, ergänzt Kamper. Bartolaccis ganze Familie in den italienischen Marken hat sich der Gastronomie verschrieben; er selbst war unter anderem Mitgründer des Brösl und der Pizzeria Mari‘. Als langjähriger Gastronom wusste er also mit der Anzeige umzugehen, die im Dezember 2025 eintrudelte: Das Wiener Beisl und Darts-Lokal „All-In“, keine 200 Meter vom Alice entfernt, stand leer.
„Allein die Nähe hat uns begeistert. Als wir dann gesehen haben, dass es eine Küche gab, haben wir nicht mehr gezögert“, sagen sie. Seit der Zusage wird auf Hochtouren gearbeitet. „Ich bin schon fast dabei, Handwerker zu werden“, scherzt Bartolacci. Reparaturen stehen an, die Wände bekommen einen neuen Anstrich, die Küche wird erneuert. Die mittige Bar und das restliche Mobiliar aus den 1960er-Jahren bleiben. Unter dem Namen „Patata“ – so nennt Manuel Bartolacci liebevoll seine zwei Kinder – wird der Betrieb demnächst wiedereröffnet.
„Es wird eine richtige Bar bleiben“, sagt Britt Kamper. Das Stammpublikum wolle man nicht vergraulen, gleichzeitig lasse das Familienleben keine parallelen Öffnungszeiten beider Lokale zu. In der Löwengasse 14 kann somit künftig abends, von Dienstag bis Samstag, eingekehrt werden. Durch Bartolaccis Hintergrund als Biersommelier wird verstärkt auf Gebrautes aus Dänemark, Italien und Österreich gesetzt. „Vielleicht kommt irgendwann sogar ein eigenes Bier dazu“, ergänzt er. Kampers Beteiligung an der Karte zeigt sich hochprozentig: Sie möchte den skandinavischen Schnaps „Aquavit“ unter die Gäste bringen. Neben weiteren Getränken und Snacks wird zuweilen auch mit kulinarischem Angebot von Gastköch:innen aufgewartet.
Durch ihre italienischen und dänischen Wurzeln sowie Erfahrungen in der Gastronomie sind Bartolacci und Kamper bestens vernetzt. Im neuen Betrieb wollen sie davon gezielt Gebrauch machen. „Sobald die Küche fertig ist, kochen bei uns befreundete Chefs von überall“, sagt das Paar. Dann wird die Bar zum Pop-Up-Restaurant, dessen Angebot immer anders aussehen kann: von Dinners über Streetfood über die Theke bis hin zum Menü mit begrenzten Sitzplätzen.
Es bleibt gespannt abzuwarten, was für einen Ort Britt Kamper und Manuel Bartolacci aus dem ehemaligen Eckbeisl machen. Ein Mindestmaß an Freiheit lassen sie sich jedenfalls nicht nehmen: „Im Patata setzen wir uns keine Grenzen. Es wird eine Spielwiese für uns und die Chefs, die hoffentlich auch unsere Gäste erfreut.“
Dienstag bis Donnerstag
instagram.com/patata_wien
Von Derya Metzler












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