21.05.2024

Die große Gault&Millau Vanilleeis-Verkostung

Eine hochkarätig besetzte Jury machte die Großpackung eines Diskonters zum Überraschungssieger.

Die Jury
Die Jury © Stefan Donat

Mit den Temperaturen steigt das Verlangen nach erfrischendem Speiseeis. Natürlich haben unsere wunderbaren Eissalons bei der Qualität die Nase vorne, Frische spielt hier eine entscheidende Rolle. Am meisten Eis wird aber dennoch im Supermarkt gekauft und daher hat sich Gault&Millau auf die Suche nach dem besten Eis aus den Kühlregalen gemacht. Für eine faire Vergleichbarkeit wurde nur Vanilleeis gewählt, die beliebteste Sorte der Österreicher.

Vanilleeis ist dankbare Basis für vielfältige Dessertkreationen, vom Eiskaffee über Vanilleeis mit Beerenvielfalt bis zur steirischen Variante mit gerösteten Kürbiskernen und Kürbiskernöl. Es gibt kaum Produkte, die zur Gänze mit echter Vanille aromatisiert werden, es lohnt sich, die Zutatenliste genau zu lesen: Wenn bloß »Vanille« oder »Vanilleschoten« angegeben wird, ist das positiv zu bewerten. Häufig wird der Terminus »natürliches (Bourbon-) Vanillearoma« verwendet. Dabei müssen die Aromen zu mindestens 95 Prozent tatsächlich aus der Vanillepflanze gewonnen werden. Skepsis ist bei den Bezeichnungen »naturidentisches Aroma« oder »mit Vanillegeschmack« angebracht. Hier kommt das Aroma aus dem Labor.

Konditormeister Leo Forsthofer, Kulinarikjournalistin Karin Schnegdar
Konditormeister Leo Forsthofer, Kulinarikjournalistin Karin Schnegdar © Stefan Donat

Wie sieht es aus, das ideale Vanilleeis?

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Vanilleeis gelb ist. Wenn man allerdings nur die Hauptzutaten – Milch und Vanille – hernimmt, dann müsste das Eis eigentlich fast weiß sein. Jede dünklere Note wird künstlich herbeigeführt, mit Karotin, Lebensmittelfarbe oder im besten Fall mit Eidotter. Bei schwarzen Pünktchen im Eis handelt es sich nicht automatisch um frisches Mark der Vanilleschote, meist wird hier die ganze Schote samt geschmacksarmer Schale gemahlen.

Die Cremigkeit spielt eine wichtige Rolle, das Eis kommt aus der Tiefkühltruhe und sollte sofort genussbereit sein, daher wird viel Luft eingearbeitet. Wenn der Wasseranteil zu hoch ist, dann bilden sich Eiskristalle, das gibt Abzüge. Am stärksten gewichtet wurde der Geschmack, Vanilleeis muss nicht laut sein, angenehme Vanille- und Milch-Aromatik ist ideal. Fettige, nussige oder fruchtige Noten haben hier nichts verloren. Bei veganem Vanilleeis wird anstatt der Kuhmilch meist Kokosmilch verwendet, das macht sich leider auch geschmacklich bemerkbar. Kein veganes Eis hat es in die Top 10 geschafft.

Patissière Lisa Krispel, Winzer Daniel Pfeifer
Patissière Lisa Krispel, Winzer Daniel Pfeifer © Stefan Donat

Die Top 10

Insgesamt wurden 23 Vanilleeis-Produkte verkostet, das sind die Top 10 der Gault&Millau Jury.

  1. Bourbon Vanilleeis MEGA, Penny (2,39 Euro pro kg)
  2. Denree Bio Vanilleeis, Denns, (14,95 Euro/kg)
  3. Selection Bourbon Vanilleeis Mucci, Hofer (2,39 Euro/kg)
  4. Madacascan Vanilla Ice Cream von Marks&Spencer, gurkerl.at (27,37 Euro/kg)
  5. Johanna Maier Bourbon Vanilleeis, Spar (16,63 Euro/kg)
  6. Bourbon Vanilleeis Bon Gelati, Lidl (2,39 Euro/kg)
  7. Ja! Natürlich Bio Vanilleeis, Billa (16,15 Euro/kg)
  8. Clever Bourbon Vanilleeis, Billa (2,39 Euro/kg)
  9. Spar Vanilleeis laktosefrei, Spar (7,98 Euro/kg)
  10. Zurück zum Ursprung Vanille Milch Eis, Hofer (10,53 Euro/kg)


So groß die Preisunterschiede sind, so knapp fiel das Ergebnis aus. Der Sieger erreichte eine Gesamtpunkteanzahl von 132 Punkten, Platz neun kam immer noch auf 116 Punkte.

Die Jury

  • Karin Schnegdar, Kulinarik-Journalistin Kronen Zeitung
  • Romana Fertl, Sensorikerin, Sensorik-Trainerin (opensense.at)
  • Leo Forsthofer, Konditormeister Kurkonditorei Oberlaa
  • Lisa Krispel, Gault&Millau Patissière des Jahres 2023
  • Daniel Pfeifer, Winzer, Weingut Pfeifer
  • Derya Metzler, Gault&Millau Redakteurin
  • Karl Hohenlohe, Gault&Millau Herausgeber
  • Bernhard Degen, Gault&Millau Online Chefredakteur


Ein Beitrag von der Verkostung wird am 21. 5. um 18.30 Uhr auf ORF 2 in der Sendung konkret ausgestrahlt.


von Bernhard Degen

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