17.04.2026
Fotos: Einzigartige Kombination aus Art déco und mediterranem Lebensgefühl mit niederschwelliger italienischer Küche.

Der Verkauf von Schreibmaschinen war in der Wiener Gründerzeit wohl ein blühendes Geschäft. Entsprechend aufwendig wurde daher auch der Schreibmaschinen-Laden in der Blindengasse Nummer 3 im achten Wiener Gemeindebezirk gestaltet, mit wunderschönen Intarsien, Marmor-Fassade und Säulen. Innen ist alleine die Raumhöhe beeindruckend, aber auch die Balkone, die an ein Theater erinnern. Man würde nicht meinen, dass diese stattliche Architektur bis in das Jahr 2018 als Geschäftslokal genutzt wurde. Haus und Interieur haben die Kriegswirren unbeschadet überstanden und stehen nun unter Denkmalschutz. Mila Arici und Simon Steiner sorgen nun dankenswerterweise dafür, dass dieser Schatz als Bar und Restaurant für alle niederschwellig zugänglich bleibt.
Während Simon Steiner als umtriebiger Gastronom (Volksgarten, Dogenhof, Praterwirt, Heuer, …) stadtbekannt ist, kennen Mila Arici nur wenige. Eigentlich war sie ja in Paris glücklich, wo sie als Visagistin in der Modeindustrie arbeitete. Doch durch die Covid-Turbulenzen kam sie nach Österreich zurück und half in einem Haubenrestaurant am Wörthersee aus. Eigentlich sollte sie nur den Küchenchef unterstützen, doch der kam rasch abhanden und sie übernahm die volle kulinarische Verantwortung. Der Wunsch nach einem eigenen Restaurant wuchs und wird nun verwirklicht.„Meine Liebe gilt der italienischen Küche”, erzählt Mila im Gespräch mit Gault&Millau. „Aber ich habe kein fixes Konzept, nur ein Gefühl”. Ein gutes Gefühl, ganz offensichtlich, wenn man in die Speisekarte schaut.




Das Angebot ist zugänglich, aber nicht banal, die Kalkulation ist gästefreundich. Man könnte beispielsweise mit einem Panzanella mit Sauerteig-Croutons starten (9 Euro), oder mutig mit Trippa Fritta, also frittierten Kutteln (10,50 Euro). Zu den Hauptgerichten gehört Soulfood wie Lasagne mit Salsiccia (17 Euro), Carbonara (18 Euro) oder Il Mare am Spieß vom Grill (26 Euro). Simon Steiner hat eine kleine, feine Getränkekarte mit spannenden Weinen (Achteln ab fünf Euro), Spritz-Varianten und viel an Alkoholfreiem gestaltet. All dies kann man im stimmigen Gastgarten, an der Bar oder in der ehemaligen Auslage des mondänen Büromaschinen-Geschäftes genießen. Stilecht auf einem von 80 originalen Thonet-Sesseln.
Das Arici soll ein Ort für Gastronomie sein, der Spaß macht, den Gästen und dem Personal.”
Mila Arici
von Bernhard Degen












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