22.09.2026
Im Rahmen des „kunst.fest.währing" rückt Heidi Strobl die traditionelle Handsemmel ins Rampenlicht – samt Verkostung und Knödelfinale.

Außen resch, innen flaumig – so soll die klassische Kaisersemmel sein, da ist man sich einig. Doch die von Hand geschlagene Variante ist selten geworden. In Wien gibt es laut Bäckerinnung nur noch rund 20 Bäckereien, die ihre Semmeln täglich nach alter Tradition per Hand formen. Grund genug für Kuratorin Heidi Strobl, dem Frühstücks-Klassiker im Rahmen des Währinger Kunstfestivals eine eigene Ausstellung zu widmen: Von 1. bis 4. Oktober 2026 wird die Wiener Handsemmel deshalb aufs Podest gestellt, wortwörtlich. Ausstellungsort ist passenderweise das Haus 4 der ehemaligen Semmelweisklinik.
In den Verkaufsregalen haben maschinell gestempelte Exemplare die handgeschlagene Form längst weitgehend verdrängt. Dabei macht gerade das Unperfekte ihren Reiz aus: Jede Semmel unterscheidet sich in Form, Stern und Bräunung leicht von der nächsten. „Es geht dabei nicht um die schönste Semmel, sondern um die Vielfalt und Einzigartigkeit jedes Stücks. So wie in der Kunst.“, betont Heidi Strobl via Aussendung.
Zehn Bäckereien aus Wien und Umgebung beteiligen sich an der Aktion, darunter Geier, DerMann, mel&koffie, Öfferl, Boulangerie Lilla Soul, Schrott, Schwarz, Schwarzbrot, Szihn und Wannenmacher. Als nicht essbarer aber umso schönerer Bonus gesellt sich zudem eine Porzellan-Handsemmel der Manufaktur Augarten auf ein Podest.
Unter dem Namen „Semmelstreich“ werden die angelieferten Semmeln direkt im Festivalzentrum bestrichen und serviert. Das Angebot reicht vom Buttersemmerl „Semmelweis“ über „Semmelgrün“ mit Schnittlauch bis zu „Semmelgelb“ mit Eiaufstrich. Auf die Rezeptur für „Semmelrot“ darf man vorerst noch gespannt bleiben. Ganz im Sinne der Verwertung werden übrig gebliebene Semmeln am Samstag, dem 3. Oktober, von 11 bis 13 Uhr unter dem Titel „Semmelweich“ in einer Knödelwerkstatt verarbeitet. Für 5 Euro Kostenbeitrag können 15 angemeldete Teilnehmer:innen eigene Semmelknödel drehen. Am Sonntag kommen diese ab 11 Uhr als g’röste Knödel für alle Gäste auf den Tisch, solange der Vorrat reicht.
Eröffnet wird die Semmelschau bei der Vernissage am Donnerstag, 1. Oktober um 18 Uhr in der Hockegasse 37. Der Eintritt ist frei.
Alle Informationen zur Ausstellung „Semmelreich" finden Sie hier und die Event-Anmeldung für „Semmelweich" finden Sie hier.
(Redaktion)












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