08.09.2026

Waldviertler Kriecherl: Ein fast vergessener Schatz

Eine alte Waldviertler Frucht wäre beinahe in Vergessenheit geraten – heute sorgen engagierte Landwirt:innen dafür, dass das Hochland Kriecherl wieder Wurzeln schlägt.

© Waldviertel Tourismus / www.ishootpeople.at

Manchmal sind es gerade die unscheinbaren Dinge, die besondere Geschichten erzählen. Das Waldviertler Hochland Kriecherl gehört zweifellos dazu. Die kleine, grüngelbe Frucht zählt zur Familie der Kleinpflaumen und ist eng mit der Kulturlandschaft des zentralen Waldviertels verbunden. Während Kriecherl in vielen Teilen Niederösterreichs selten geworden sind, hat sich hier eine besondere grüngelbe Ausprägung erhalten. Sie ist keine einheitliche Sorte, sondern ein genetisch vielfältiger „Formenschwarm“: Die einzelnen Herkünfte unterscheiden sich etwa hinsichtlich Größe, Form und Reifezeitpunkt.

Das Kriecherl selbst gehört zu den ältesten Kulturpflanzen mitteleuropäischen Ursprungs. Besonders wohl fühlt sich die Waldviertler Ausprägung in den höheren Lagen der Region. Sie gilt als äußerst frosthart und ist vor allem in Gebieten über 600 Metern Seehöhe anzutreffen. Dass die kleinen Früchte trotzdem zunehmend aus der Landschaft verschwanden, hat weniger mit ihrer Widerstandsfähigkeit als mit ihrer Bewirtschaftung zu tun.

Eine Frucht mit Zukunft

Kriecherl zu ernten und zu verarbeiten bedeutet einiges an Arbeit. Die Früchte sind klein, nur begrenzt lagerfähig und nicht steinlösend. Mit der Zeit wurden viele alte Bäume nicht mehr gepflegt, während gleichzeitig kaum neue nachgepflanzt wurden. Genau hier setzt der Verein Waldviertler Hochland Kriecherl an. Er engagiert sich für die Pflege bestehender Bestände, die Neuauspflanzung von Bäumen sowie für Verarbeitung und Vermarktung der regionalen Spezialität.

Damit soll das Kriecherl nicht nur als Teil der Waldviertler Kulturlandschaft erhalten bleiben, sondern auch wieder wirtschaftlich interessant werden. Landwirt:innen werden beim Anbau unterstützt und für neue Kulturen gewonnen. 2018 wurden bereits erste neue Anlagen gepflanzt. Aus den Früchten entstehen heute unterschiedlichste Spezialitäten – von Nektar und Sirup bis hin zu Destillaten.

Bei der Gault&Millau Genussmesse 2026 können Besucher:innen die beinahe vergessene Waldviertler Frucht näher kennenlernen. Nähere Infos zu den AMA GENUSS REGION Betrieben finden Sie unter genussregionen.at.

(bezahlte Einschaltung)

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