Pfefferschiff zu Söllheim

16/20 WertungWertungWertung
Standort

Söllheim 5300 Hallwang/Salzburg Salzburg

Testbericht

Gault&Millau Punkte

16 / 20

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Es ist ein besonderer Ort. Ein barockes Mesnerhaus samt Kapelle nebenan, entstanden aus großer Freude, weil ein verloren geglaubtes Schiff mit kostbaren Gewürzen doch in Venedig gelandet war und den Besitzer reich machte. Das war im 17. Jahrhundert und noch heute beeindruckt der alte Bau mit den knarzenden Holzfußböden und Stuben in schönem Maß. Iris und Jürgen Vigne führen hier seit gut zehn Jahren das Pfefferschiff in klassischer Arbeitsteilung: Sie leitet den Service, er die Küche. Wobei er keiner ist, der es krachen lässt, er setzt bei den Aromen auf Harmonie und schleift die Kanten rund. Zum Auftakt füllt er eine Austernschale mit mariniertem Fenchel und Limetten. Die Winterrüben liegen im klassischen Sud aus Roter Bete samt Kren, der dezent im Hintergrund bleibt. Die Ganslsuppe ist stark entfettet, sodass der Vogel eher nur zu erahnen ist. Die sanft gegarte Jakobsmuschel ist Tasche für eine milde Farce, die Trüffel obendrauf wirkt etwas müde, darunter die Erdäpfel als feiner Schaum. Das Beef Tatar (Vignes Signature Dish) ist mild angemacht auf zart süßer, gelierter Consommé samt Kaviarhaube. Selbst die Valrhona-Schokolade zum Dessert wirkt weniger kräftig, umkränzt von allerlei exotischen Früchten. Die Happen für den Heimweg: ausnahmsweise nicht die üblichen Pralinen, sondern ein kleiner besoffener Kapuziner und ein gefüllter Macaron. Der Service tanzt das klassische Ballett um die Tische, der Sommelier ist kundig und Herr über eine weitläufige Weinkarte. Wer Freude an subtilen Aromen hat, wird sich wohlfühlen an diesem besonderen Ort.

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