28.08.2025
Josef Floh gilt als Gastgeber, Koch – und Weinfreak. Seine Gastwirtschaft steht für Regionalität, Tradition aber auch Vielfalt.
In Langenlebarn an der Donau führt Josef „Floh“ Floh seit 1994 sein Wirtshaus, das heute unter dem Namen „Der Floh“ bekannt ist. Zentrales Prinzip ist das von ihm entwickelte Konzept „Radius 66“: Rund 90 Prozent der verwendeten Produkte stammen aus einem Umkreis von 66 Kilometern. Dieser Fokus auf Regionalität zieht sich von der Küche über die Getränke bis hin zu Energie- und Abfallkreisläufen.
Floh gilt als Gastgeber, Koch – und Weinfreak. Sein Haus ist ein Wallfahrtsort für Weinliebhaber:innen, mit einem Keller, der über 2.000 Positionen umfasst. „Die Kombination aus Weinkeller und Innovation gibt es in dieser Form nur bei uns“, sagt er.
Floh absolvierte seine Ausbildung am WIFI St. Pölten und sammelte Berufserfahrung unter anderem in Kitzbühel, bei Toni Mörwald und bei Heinz Winkler. Bereits in jungen Jahren kehrte er in den elterlichen Betrieb zurück – das damalige Gasthaus Hof, das noch über ein angeschlossenes Kino verfügte. Dort begann er, sein eigenes Konzept zu entwickeln und den Betrieb Schritt für Schritt neu auszurichten.
© Jürgen Skarwan
© Jürgen Skarwan
© Jürgen Skarwan
Seit über 15 Jahren folgt die Karte einem besonderen Prinzip: drei Seiten – eine mit Gemüse, eine mit Fisch, eine mit Fleisch. Dieses Modell ist längst Markenzeichen, zeigt aber auch, wie sehr Floh seiner Linie treu bleibt. „Österreichische Küche ist für mich Tradition und die Wurzeln des Landes – und gleichzeitig Vielfalt,“ erklärt er. Regionalität heißt für ihn nicht Verzicht, sondern neue Möglichkeiten. Seine Gerichte sind reduziert und zugleich raffiniert, getragen von besten Produkten aus der Region.
Manchmal klingt durch, was ihn ebenso erfüllt hätte wie das Kochen: „Wenn nicht Koch, wäre ich Landwirt geworden. Ackerbau. Das hat mich immer fasziniert.“ Und wenn er von Lieblingsessen spricht, überrascht er mit einem einfachen, aber präzisen Bild: „Emmerreis mit Karotten und Fisch, das ist für mich perfekt.“
Im „Floh“ geht es nicht um Dogmen, sondern um Genuss. Gäste spüren sofort, dass hier jemand mit Respekt vor Mensch, Produkt und Landschaft arbeitet. Das macht den Unterschied: ein Ort, an dem man sich aufgehoben fühlt – wo ehrliche Küche, gelebte Regionalität und ein legendärer Weinkeller zusammenkommen.
Mit Martina Hohenlohe kocht Josef Floh eine Erdäpfel-Fisolen-Suppe. Das Rezept finden Sie hier.
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