07.10.2026

Neues „Mama & der Bulle“ am Spittelberg

Gespräch mit Sohn Moritz Huth, der den Outspin des erfolgreichen Steakrestaurants alleine verantworten wird.

Familie Huth
Familie Huth © Tobias Fabris

Am 13. November eröffnet das zweite „Mama & der Bulle“. Für die Familie ist es nicht nur eine weitere Adresse, sondern auch ein Generationenschritt: Erstmals zeichnet Sohn Moritz Huth als Geschäftsführer für das Lokal verantwortlich. So ganz angekommen ist diese Tatsache bei ihm offenbar noch nicht, erzählt er uns: „Es fühlt sich noch unrealistisch an, aber es wird immer realer durch das Näherrücken der Eröffnung.“ Im Gespräch mit Gault&Millau wird schnell spürbar, mit wie viel Begeisterung und persönlichem Einsatz Moritz Huth an seine neue Aufgabe herangeht.

Die Voraussetzungen gefallen ihm. Ein großes Ecklokal, viel Sichtbarkeit und ein Standort mitten in einem der lebendigsten Grätzl des siebten Bezirks. Dazu ein Konzept, von dessen Potenzial Huth überzeugt ist. Grundsätzlich bleibt das meiste gleich, es wird verfeinert und leistbares Steak noch besser kalkuliert. Außerdem wird die Getränke Kompetenz ausgebaut, es wird weniger Gin Tonic geben und mehr Cocktails. Ein weiteres neues Highlight ist der Beef Tartar Burger als Vorspeise.

Wenn ein Steak etwas leisten muss

Der kulinarische Mittelpunkt bleibt das Flat Iron Steak. Der Cut aus der Schulter des Rindes steht exemplarisch für die Idee, auf der „Mama & der Bulle“ aufgebaut ist: Steak soll leistbar sein. Das bedeutet allerdings nicht, möglichst billig Fleisch auf den Teller zu bringen. Ein Steak soll, so die Philosophie der Huths, für seinen Preis entsprechend viel leisten.

Beim Fleisch setzt die Familie ausschließlich auf Wiesbauer Gourmet. Die Zusammenarbeit besteht bereits seit vielen Jahren und soll auch am neuen Standort für eine konstante Produktqualität sorgen. Am Spittelberg wurde die Kalkulation des Steak-Angebots nochmals geschärft. 

Ein Lokal für das Grätzl

Dass Huth gerade diesen Standort gefunden hat, passt deshalb zur Geschichte des Projekts. Das Ecklokal war das erste Objekt, das er für die Expansion besucht hatte – und wurde schließlich tatsächlich das neue Zuhause von „Mama & der Bulle“. Der Look bleibt jung und urban, passend zu einem Konzept, das Steakhouse sein möchte, ohne die klassischen Steakhouse-Codes allzu ernst zu nehmen.

Mindestens ebenso wichtig wie Einrichtung und Speisekarte ist für Moritz Huth allerdings das gesamte Erlebnis. Gäste sollen das Restaurant nicht nur wegen eines guten Stücks Fleisch in Erinnerung behalten. Großzügigkeit, Service und kleine Überraschungen sollen dafür sorgen, dass aus einem Essen ein Abend wird, über den man anschließend erzählt.

Ein Brickerl zum Abschied

Eine dieser Überraschungen wartet ganz am Ende.

Die Idee dafür brachte Huth aus London mit nach Wien: Beim Bezahlen bekommen Gäste einen Chip, mit dem sie sich ein Brickerl holen können.

Das kleine Eis am Stiel, das zuletzt selbst ein nostalgisches Comeback erlebt hat, wird damit zum Abschiedsgruß des Hauses. Außerdem gibt es kostenlos Popcorn, ebenfalls eine kleine Geste, die mit jener Großzügigkeit zu tun hat, die Huth für das Restaurant prägend machen möchte.

So erzählt der zweite Standort von „Mama & der Bulle“ letztlich auch von einem Generationenwechsel innerhalb einer der bekanntesten Wiener Gastronomenfamilien. Das Grundgerüst stammt aus dem Familienbetrieb, doch am Spittelberg darf Moritz Huth erstmals selbst daran weiterbauen.

Galerie

© Philip Lipiarski

© Tobias Fabris

© Philip Lipiarski

© Tobias Fabris

von Claire Dufils

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