Mraz & Sohn

18,5/20 WertungWertungWertungWertung
Standort

Wallensteinstraße 1200 Wien Wien

Testbericht

Gault&Millau Punkte

18,5 / 20

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Gibt es irgendwo in Österreich ein lässigeres, niederschwelligeres Fine Dining auf diesem Niveau, in dem man sich sofort willkommen, ja sogar als nach langer Zeit wiedergekehrter vermisster Freund wähnt? Markus Mraz – Koch des Jahres 2018 – und seine Söhne Lukas – der kongeniale Mitstreiter am Herd – und Manuel – er schupft den Service und weiß mit seinem Käsewagen zu begeistern – wollen wir hier dafür explizit erneut hochleben lassen, bevor wir zu einer Weinkarte voll Tiefe und Breite, voll Traditionellem und Experimentellem und zu einer Kellnerschar der Extraklasse lobende Worte verlieren. Die Weinbegleitung, die eher als Getränkebegleitung gedacht ist, ist ideenreich und immer Gewehr bei Fuß, wenn es darum geht, die zahlreichen Zaubereien aus der Mraz‘schen Küche bestmöglich zu unterstützen. Das alleine ist schon einen Besuch wert. Aber nun zum Hauptgrund, sich schon Wochen vor dem Termin um die Reservierung einer der begehrten Tische zu kümmern: dem Essen! Der Einkaufswagen, voll beladen mit den Ingredienzen des Abends, wird von Manuel präsentiert, bevor es Schlag auf Schlag geht und der Gaumen bei Bloody Mary à la Mraz, unfassbar fruchtigen, extraknusprigen Tomaten-Wan-Tan, oder Schaschlikspieß mit Hühnerinnereien im Dürüm-„Lukistyle“ erstmals jubiliert. Und weil es diesmal um „from leave to root“ (zuerst von der Bio-Tomate) und um „from nose to tail“ (vom Bresse-Huhn aus der Steiermark) geht, folgen nach Flusskrebsen eine hocharomatische Hühnersulz „Szechuanstyle“, das knusprigste Stück Backhendl samt Salatbuffet und eine österreichische Paella mit Hendlhaxen, Chorizo und Flusskrebssud – ex aequo mit dem Dürüm unser Lieblingsgang des Abends. Das sind keine Lebens-, das sind Suchtmittel! Gefrorene und geraspelte Melone, ein wunderbarer Plunder und ein perfektes, selbst gebasteltes Heidelbeer-Cornetto zum Abschluss … und schon war er vorbei der Zauber. Leider!

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