19.09.2026

Über Gault&Millau Österreich

Die Geschichte der Hauben, der Stellenwert des Restaurantführers und die Ära Hohenlohe.

Martina und Karl Hohenlohe
Martina und Karl Hohenlohe © Philipp Lipiarski

Mit einer Haube dekoriert zu werden, ist eines der wichtigsten Ziele junger Köch:innen in Österreich. Doch woher kommt eigentlich eine Haube, wer bewertet, und ist eine Haube an Personen gebunden? Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Seit wann gibt es Gault&Millau in Österreich?

Die Geschichte von Gault&Millau begann 1969 in Frankreich. Namensgeber waren die beiden französischen Gourmetkritiker Henri Gault und Christian Millau, die mit ihren Bewertungen und ihrem Zugang zur Restaurantkritik die internationale Gastronomie nachhaltig beeinflussten.

Zehn Jahre später kam Gault&Millau nach Österreich. Im Herbst 1979 erschien die erste österreichische Ausgabe als „Guide für Gourmets 1980“, herausgegeben von Michael Reinartz. Mit „500 Hotels, Gasthöfen, Pensionen, 500 Restaurants, Gaststätten, 13 Cafés/Konditoreien, 9 Heurigen und Weinstuben”. Bilingual übrigens, also deutsch und französisch. Österreich war das erste Land außerhalb Frankreichs, in dem ein Gault&Millau Guide unter Lizenz veröffentlicht wurde.

Gleichzeitig war Gault&Millau der erste relevante Restaurantführer Österreichs. Damit begann eine Erfolgsgeschichte, die die Entwicklung der heimischen Spitzengastronomie über Jahrzehnte begleitete und wesentlich dazu beitrug, herausragende Köch:innen und Restaurants einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Gault&Millau Erstausgabe Österreich
Gault&Millau Erstausgabe Österreich © Degen

Was bedeutet eine Gault&Millau Haube?

Die Hauben von Gault&Millau gehören zu den bekanntesten Auszeichnungen der österreichischen Gastronomie. Grundlage ist das traditionelle 20-Punkte-System. Restaurants können mit bis zu fünf Hauben ausgezeichnet werden. Die erste Haube wird ab 11 von 20 Punkten vergeben und steht für ambitionierte Küche. Die höchste Auszeichnung sind fünf Hauben für Restaurants mit 19 bis 19,5 Punkten.

Entscheidend ist dabei: Die Haubenbewertung bezieht sich ausschließlich auf die Küche. Ausstattung, Ambiente, Weinkarte und Service fließen nicht in die Punktebewertung des Restaurants ein. Besondere Leistungen in diesen Bereichen würdigt Gault&Millau mit eigenen Auszeichnungen, darunter die „Weinkarte des Jahres“ und der „Service Award“.

Wer gibt Gault&Millau Österreich heraus?

Seit 2005 sind Martina und Karl Hohenlohe die Herausgeber:innen von Gault&Millau Österreich. Unter ihrer Leitung wurde das Angebot kontinuierlich erweitert. Neben dem Restaurantguide publiziert Gault&Millau Österreich heute auch einen Weinguide und einen Hotelguide.

Damit beschäftigt sich Gault&Millau mit unterschiedlichen Bereichen der österreichischen Genusskultur: mit Spitzenrestaurants und Wirtshäusern ebenso wie mit Köch:innen, Weingütern und herausragenden Hotels. Die Restaurants werden von über 50 anonymen Tester:innen mindestens einmal pro Jahr besucht und bewertet.

International ist Gault&Millau heute in 20 bedeutenden Kulinarik-Nationen vertreten. Österreich nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Es war das erste Land, in das Gault&Millau außerhalb Frankreichs expandierte.

Kann man eine Haube verlieren?

Ja. Die Haubenbewertung gilt nur für das jeweilige Jahr bei fortdauernder Arbeit im bewerteten Betrieb. Wenn beispielsweise der Guide 2027 im Oktober 2026 erscheint, dann gilt die Zahl der verliehenen Hauben vom Erscheinungstermin bis zur Veröffentlichung des nächsten Guides. Die Hauben sind zudem an den Betrieb gebunden. Wenn die Küchenchefin / der Küchenchef kündigt oder das Restaurant schließt, dann ist die Bewertung aufgehoben.

Gault&Millau Österreich online

Neben den gedruckten Guides ist gaultmillau.at die zentrale digitale Plattform von Gault&Millau Österreich. Restaurant- und Hotelberichte, Weinempfehlungen, Porträts, Interviews und aktuelle Nachrichten informieren laufend über Gastronomie, Wein und Genuss in Österreich.

Die Website erreicht monatlich bis zu 145.000 User:innen. Mehr als 25.000 Abonnent:innen erhalten den wöchentlichen Gault&Millau Newsletter. Auch in den sozialen Medien erreicht Gault&Millau eine große Community: Die Facebook-Seite zählt rund 49.000 Freund:innen, auf Instagram folgen Gault&Millau Österreich etwa 45.000 Menschen (Stand September 2026).

Das Veranstaltungsprogramm

Die zentrale Gault&Millau Veranstaltung im Jahreskreis ist die Genussmesse, die seit über zehn Jahren im September durchgeführt wird. Dabei zeigen mittlerweile über 100 Köch:innen und viele weitere Genussaussteller, was sie können. Seit drei Jahren wird sie mittlerweile in der Wiener Ottakringer Brauerei abgehalten. Weitere große Publikumsveranstaltungen sind das Weinfest und die Landpartie im Frühjahr sowie das Wild-Festival im Herbst. Ergänzt wird das Programm von B2B-Veranstaltungen wie die Guide-Präsentationen, die Koch-des-Jahres-Feier oder die Kür des Gault Millau-Ambassadors.

Seit der ersten österreichischen Ausgabe im Jahr 1979 hat sich Gault&Millau vom gedruckten Restaurantführer zu einer umfassenden Plattform für Gastronomie, Wein, Hotellerie und Genuss entwickelt. Die Hauben sind dabei bis heute das bekannteste Zeichen für die Restaurantbewertungen von Gault&Millau Österreich.

(Redaktion)

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