04.08.2026
Die Hauptstadt ist nur so gespickt mit elaboriertem Streetfood. Von vietnamesischem Bánh Mì über raffinierte Tacos bis hin zu syrischer Marktküche.

Bei sommerlich schwüler Hitze setzen wir uns ungern in Lokale – wenn überhaupt, dann in solche mit angenehm kühlem Gastgarten. Und wenn es einmal schneller gehen muss, fehlt oft die Inspiration, wohin es gehen soll. Grundsätzlich gilt: Die Wiener Würstelstände sind nicht nur immaterielles Kulturerbe, sondern auch immer eine gute Idee. Genauso wie die städtischen Märkte, etwa der Brunnenmarkt, wo es zig Herrlichkeiten zum Mitnehmen gibt. Manchmal darf es auch gerne ein Semmerl mit Leberkäse sein, zum Beispiel von der familiengeführten Fleischerei Ringl in Wien Mariahilf. Für etwas elaborierteres Streetfood haben wir nachfolgend eine Liste mit Favoriten der Redaktion gesammelt.
Der Brunnenmarkt hat als ältester Straßenmarkt Wiens so einiges zu bieten und wird in puncto Kulinarik von vielen unterschätzt. Bei den allermeisten Standler:innen kann beim Vorbeigehen probiert werden. Sollten Sie allerdings etwas mehr Zeit mitbringen, legen wir Ihnen einen Besuch bei Ashraf ans Herz. Sein Imbiss an der Ecke Brunnengasse/Gaullachergasse 4 bietet syrische Küche nach Familienrezept an. Von Falafel, warmen Bohnen, Melanzani-Aufstrich und Hummus über Fatteh bis hin zu Kibbeh. Dazu eine Tasse Shay (schwarzer Tee) und das wunderbar lebendige Treiben vom Markt.
Gaullachergasse 4, Brunnenmarkt Stand 64, 1160 Wien
ashraffalafel.at
Piano Supannada Plupthong und Jan Petersen haben mit ihrer Passion für Kulinarik und Gastfreundschaft längst die Herzen der Wiener:innen erobert. Als Betreiber:innen des „Mamamon“ und der „Sip Song Bar“ stehen sie für authentische Thai-Küche. Geht es um Streetfood, so sei der Fokus auf den kleinen Betrieb in der Josefstadt gerichtet. Im Mamamon gibt es köstliche Reisgerichte mit Gemüse, Fleisch oder Fisch, Currys, Papaya-Salat (!) und wechselnde Specials. Probieren sollte man außerdem den „Sipsong Sato“, einen eigens fermentierten Reiswein. Nur Barzahlung!
Albertgasse 15, 1080 Wien
instagram.com/mamamonthaieatery
Eine Zeit lang gingen die Schnitzel- und Tafelspitzburger im Imbissstand an der Rotenturmstraße über die Theke. Seit Kurzem ist der Figlmüller-Ableger „Brioche & Brösel“ in einem richtigen Lokal beheimatet. Ähnlich wie bei anderen Fast Food-Ketten kann hier über große Bildschirme bestellt werden. Zwar mit weniger Standl-Gefühl, aber ob der großen Nachfrage deutlich zügiger als zuvor. Neben den geschätzten belegten Brioche Buns stehen auch getrüffelte Pommes frites, Gurkenrahm- und Erdäpfelsalat auf dem Menü. Und wer schon einmal da ist: Bitte noch Platz für die verwegen guten Kaiserschmarrn-Pommes lassen.
Rotenturmstraße 11, 1010 Wien
briocheundbroesel.at
Am Naschmarkt sorgte Laurenz Beldecchi mit seinen Tacos bereits für reichlich Furore. Die sozialen Medien aber auch schlicht die hohe Qualität verschafften dem Betreiber von „Tacos Hermanos“ – völlig zurecht – ordentlich Beliebtheit. Mittlerweile gibt es die knusprig gebackenen Tortillas in einem fixen Lokal in Wien Alsergrund. Wir empfehlen, gleich mit ein paar Freund:innen vorbeizukommen und sich durchzuprobieren. Unter anderem auf der Karte: „Quesabirrias“ mit geschmortem Rindfleisch, „Baja Fish Tacos“ mit Fisch im Bierteig und Chipotle-Mayo sowie Bohnenmus mit Kaktusgemüse und Käse. Außerdem ebenfalls fein: die wechselnde Auswahl an Vorspeisen.
Kolingasse 7, 1090 Wien
instagram.com/tacoshermanosvienna
Die „unaussprechlich guten Brötchen“, wie der eigene Slogan verspricht, sind in Sachen Wiener Streetfood ein echtes Original. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die mit der Gabel verstrichenen Brote in handgerechten Stücken angeboten. Neben Klassikern wie „Speck mit Ei“, „Trüffel-Ei mit Schinken“ und „Ei mit Ei“ gibt es immer wieder saisonale Brote sowie zahlreiche vegetarische Optionen. Und weil in solch einem Betrieb Traditionen hochgehalten werden, empfehlen wir unbedingt beim Bestellen an der Theke einen „Pfiff“, ein (sehr) kleines Bier, zu ordern.
Zu allen Filialen
trzesniewski.at

© Mamamon

© Brioche & Brösel

© Trzesniewski
Das „Fryz“ am Urban-Loritz-Platz war bereits eine beliebte Adresse für Freund:innen des gebackenen Hendls. Seit Kurzem gibt es auch einen Standort unter den Stadtbahnbögen in Wien Alsergrund. Das frittierte Huhn (samt veganer Alternative) wird entweder im Burger oder als Tenders zum Dippen kredenzt. Außerdem kann der Schärfegrad ausgewählt werden. Dank der generösen Öffnungszeiten (Montag bis Sonntag, mindestens bis 0 Uhr) auch ein gern besuchter Ort für Nachtschwärmer:innen.
Urban-Loritz-Platz 5, 1070 Wien
instagram.com/fryz.wien
Die vietnamesischen Baguettes gibt es hierorts selten so authentisch wie im Bánh Mì Hội An. Das kleine, familiengeführte Lokal bietet neben einigen Bánh Mì – unter anderem mit Schweinebauch, Schopfbraten oder Tofu – auch Sommerrollen, Papaya-Salat oder Bánh Bao (vietnamesische Germknödel) an. In den kühleren Monaten darf es auch einmal eine Phở sein. Kurze Wartezeiten, gemütlicher Gastgarten, große Empfehlung!
Wiedner Hauptstraße 31, 1040 Wien
banhmihoian.at
Das „All Reis“ zählt gemeinsam mit dem Mamamon zweifelsohne zu den ausgetüfteltsten Thai-Streetfood-Lokalen der Stadt. In den Standorten in der Schweglerstraße und der Ballgasse kann vor Ort eingekehrt und sogleich mitgenommen werden. Etwa die großartigen Frühlingsrollen, die Betelblätter zum Selbstbelegen, Pad Thai oder knuspriger Schweinebauch-Salat. Alles herrlich aromatisch, unterschiedlich scharf zu bestellen und hausgemacht. Wie ein Kurzurlaub in Thailand. Ein Besuch lohnt sich im Übrigen auch nur für den Mango Sticky Rice.
Ballgasse 6, 1010 Wien
Schweglerstraße 12, 1150 Wien
allreis.com
Am Vorgartenmarkt, wo einst das „C.O.P.“ angesiedelt war, wird heute zu großen Teilen frittiert. Im „Chicken Karate“, einem Ableger des Mochi-Imperiums, steht alles im Zeichen des herausgebackenen Hendls. Zunächst wird knusprig in reichlich Öl gebacken, anschließend in Süß-Sauer-Sauce getunkt. Folglich wird das gute Stück im Burger mit den restlichen Zutaten vollendet. Daneben gibt es noch panierte Hühnerflügel mit Chili-Mayo und Ähnlichem. Eine Adresse für alle, die es gern fettig mögen – allerdings mit noch ausbaufähigen vegetarischen Optionen.
Vorgartenmarkt 16, 1020 Wien
chicken-karate.at
Familie Molcho bespielt nun eine weitere Adresse am Donaukanal (Gault&Millau hat berichtet) – und knüpft dabei an die in der Stadt immer beliebter werdende Taco-Kultur an. Das „Casa Schuk“ ist von gemeinsamen Reisen nach Mexiko inspiriert und bietet neben kleinen Tortillas mit Chipotle Chicken, Shredded Beef, Pork Belly oder Beer-battered Catfish auch passende Drinks (Margaritas!) an. Wer beim nächsten Spaziergang am Kanal also Hunger oder Durst verspürt, kann hier jedenfalls getrost einen Zwischenstopp einlegen und sich stärken.
Obere Donaustraße 65, 1020 Wien
casaschuk.at

© Fryz

© All Reis

© Chicken Karate

© NENI / Aleksandra Gringolts
von Derya Metzler
*Unsere Auswahl ist rein redaktionell zusammengestellt. Sollten Sie der Meinung sein, dass ein Betrieb fehlt, freuen wir uns über Ihre und Anregungen.












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