Ganz grundsätzlich: Am Pogusch sind Schankkuchl und Wirtshaus zwei grundverschiedene Dinge. Und das eine wird vom anderen kristallklar getrennt. Das bedeutet: Wenn man einen Platz am langen Tisch in der Nähe der Feuerstellen hat, kann man nichts von der Wirtshauskarte bestellen. Das ist umgekehrt genauso – und das ist gut so. Denn was in der Schankkuchl geboten wird, ist absolut einzigartig. Es gibt Gerichte mit originellen Namen und ein so legeres wie aufmerksames Serviceteam. Und Köchinnen und Köche, die – nachdem man ihnen von der Schank aus über die Schulter schauen konnte – jedes Gericht mit Hingabe erklären. Los geht es mit dem „Zapfenstreich“ – Pogusch-Erdäpfel mit Senfgurken und Kapern – und einem direkt vor unserer Nase gegarten „Teufelsroller“ aus Bachsaibling, Sauerkraut, Holzapfel, Kren und Paprika. Großartig und eindeutig ein früher Höhepunkt im Menü. Es folgen ein Waller (auf der Karte „Walhalla“) zum Niederknien, mit Kohlrabi, Kren, Holunder und Wildkräuter, der „Überflieger“ – junges Hendl, Curry, Käferbohnen, Krauthäuptl und Meyer-Zitrone – und „Verzopft“ – Briochezopf mit Fedelkoch, Rhabarber, Stachelbeere und Eierlikör. Man kann sich auch – ganz in japanischer Omakase-Manier – in die Hände der Köche begeben. Sie nennen das „Let it flow“ und stellen dann auf den Tisch, was ihnen einfällt. Was in der Schankkuchl am Pogusch gerade passiert, ist ein wunderbarer Spagat aus kulinarischer Bodenhaftung und Avantgarde. Ein Projekt mit Strahlkraft und dem Potenzial, wegweisend zu sein.